Wir tauschen uns diesmal über den Roman Schwitters von Ulrike Draesner aus.
Wie fängt man eine Zukunft an, die eigentlich schon aufgehört hat? Mit einem Streifen Meer zwischen sich und seiner Heimat, seiner Sprache, sich selbst? Kurt Schwitters ist 49, als ihn die Nationalsozialisten zur Flucht aus Hannover zwingen. Sein Erfolg, Werk, Besitz, die Eltern und seine Frau Helma bleiben zurück. Die Kunst weicht der Kunst des Überlebens. In Norwegen, London und endlich dem Lake District beginnt Schwitters‘ zweites Leben in fremder Sprache. Wantee, die neue Frau an seiner Seite, hält ihn auf Kurs und seinen Kopf über Wasser, selbst als der Wortkünstler verstummt. Im Merzbau hat Schwitters einen anderen Weg gefunden, um Himmel und Heiterkeit, das Funkeln der Wiesen und die Durchsichtigkeit der Luft einzufangen. Mit irrwitziger Disziplin, bis zur Erschöpfung. Wer ihn dabei beobachtet, begreift: Kunst bildet die Welt nicht nach. Sie übersetzt sie in Formen, die uns berühren.
Ulrike Draesner erzählt von dem Abenteuer, das es war, Kurt Schwitters zu sein: von Flucht, Exil und dem schönen, höllischen Leben als Künstler. Ein mitreißender, lebenskluger Roman über Kraft, Widerständigkeit und Kunst in dunklen Zeiten. »Draesners Roman ist eine abwechslungsreiche und vielschichtige Komposition, in der Innen- und Außenräume irgendwann zum verführerischen Gesamtkunstwerk verschmelzen.« Deutschlandfunk Kultur
Einführung und Moderation: Sabine Günther
Ort: Kieztreff der kliq-Genossenschaft, Wilskistr. 34
Zeit: 28.7.2026, 18:00–20:00 Uhr
Es wird um eine Spende für die Moderation des Literatursalons und den Unterhalt des Kieztreffs gebeten.
Bitte melden Sie sich bei Sabine Günther an: >>>
Der September-Termin des Literatursalons steht bereits fest:
29.9., 18 Uhr, Ulrike Draesner, Schwitters

