27. Oktober 2026, 18 UHR Berlin – LITERATURSALON IN DER FRISIERKUNST: Der Reisende. Roman von Ulrich Alexander Boschwitz

Wir tauschen uns diesmal über den Roman Der Reisende von Ulrich Alexander Boschwitz aus.

Der jüdische Kaufmann Otto Silbermann, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, wird in Folge der Novemberpogrome aus seiner Wohnung vertrieben und um sein Geschäft gebracht. Mit einer Aktentasche voll Geld, das er vor den Häschern des Naziregimes retten konnte, reist er ziellos umher. Zunächst glaubt er noch, ins Ausland fliehen zu können. Sein Versuch, illegal die Grenze zu überqueren, scheitert jedoch. Also nimmt er Zuflucht in der Reichsbahn, verbringt seine Tage in Zügen, auf Bahnsteigen, in Bahnhofsrestaurants. Er trifft auf Flüchtlinge und Nazis, auf gute wie auf schlechte Menschen. Noch nie hat man die Atmosphäre im Deutschland dieser Zeit auf so unmittelbare Weise nachempfinden können. Denn in den Gesprächen, die Silbermann führt und mithört, spiegelt sich eindrücklich die schreckenerregende Lebenswirklichkeit jener Tage.
Wir verdankten dem Verleger Peter Graf  2013 bereits die Wiederentdeckung des Romans Blutsbrüder von Ernst Haffner. 2017 glückte ihm die Herausgabe eines bis dahin in Deutschland unveröffentlichten Romantyposkripts, das der 23-jährige Ulrich Alexander Boschwitz 1938, schon auf der Flucht vor den Nazis, in wenigen Wochen zu Ende schrieb: Der Reisende.
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Einführung und Moderation: Sabine Günther

Ort: Kieztreff der kliq-Genossenschaft, Wilskistr. 34
Zeit: 27. Oktober 2026, 18:00–20:00 Uhr

Wir freuen uns über eine Spende für die Moderation des Literatursalons und den Unterhalt des Kieztreffs.

Bitte melden Sie sich bei Sabine Günther an: >>>

Die  Lektüreliste wird Ihnen auf Anfrage zugeschickt.

Die weiteren Termine  des Literatursalons steht bereits fest:

17. November 2026 – Mopsa Sternheim, Im Zeichen der Spinne

15. Dezember 2026 – Gabriele Tergit, Der erste Zug nach Berlin

Was erwartet Sie 2026 im Literatursalon?

Es soll weiterhin um „Berlin in der Literatur“ und um Belletristik gehen. Nachdem wir uns 2025 im Literatursalon der Literatur im Berlin der Weimarer Republik gewidmet haben, wollen wir uns im neuen Jahr dem zuwenden, was in und über Berlin während der Zeit des Nationalsozialismus geschrieben wurde.

Fast alle Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Bücher wir 2025 gelesen haben, mussten Deutschland nach Hitlers Machtantritt 1933 verlassen. Sie gingen ins Exil.

Die Bücher, die sie im Exil schrieben, sind nicht nur biographisch, sondern vor allem auch literarisch interessant.
Aus einer von der Moderatorin des Literatursalons zusammengestellten Lektüre-Liste suchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam die Bücher aus, die sie lesen möchten.

DER LITERATURSALON GEHT SPAZIEREN / LITERATURRUNDGÄNGE ist ein zusätzliches Angebot, das die Moderatorin des monatlich stattfindenden Literatursalons im Kieztreff der Papageiensiedlung einem breiteren Kreis von Literaturbegeisterten macht.
Die Themen der Literaturspaziergänge stehen im Zusammenhang mit den Literatursalon-Themen, seit Januar 2026: Berlin in der Literatur / Berlin im Exil 1933–45.

Mehr zum Projekt KIEZTREFF der Kliq-Genossenschaft >

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